Eine Gruppe brillanter ungarischer Wissenschaftler flieht in den 1940er-Jahren aus dem Europa der Rassengesetze. Sie versammeln sich in New York und sie sind die ersten, die sich mit der Möglichkeit der militärischen Nutzung von Uran befassen. Im „Reich“, so fürchtet man, würde bereits daran gearbeitet. Der mächtige Finanzier Alexander Sachs, litauischer Jude, knüpft von der Wall Street aus ein beeindruckendes Geldbeschaffungsnetz. Dreh- und Angelpunkt von Massinis jüngstem Stück ist Robert Oppenheimer, ein Wissenschaftler mit einem rastlosen und stets umkämpften Profil, der schon als Kind „die Suche nach einer Logik bis zum bitteren Ende“ wählte, die ihn vor seinen inneren Monstern schützen sollte. Gerade er, ein gequälter, zerbrechlicher Mensch, wird im Auftrag von
Vannevar Bush 1942 mit der wissenschaftlichen Leitung des Manhattan-Projects betraut, in einem Crescendo der Spannung, das mit dem überwältigenden Aufstieg der Berliner Kriegsmaschine und des japanischen Imperiums Hand in Hand geht.



Das Stück zeigt eine verängstigte und verwirrte Menschheit, die dazu aufgerufen ist, die Verbindung zwischen Wissenschaft und der ersten echten Massenvernichtungswaffe zu feiern. Indessen hallen die Schreie der Deportierten und jene aus den brennenden Ghettos aus Europa wider.



Stefano Massini, geboren 1975 in Florenz, gehört zu den wichtigsten neuen Autoren des italienischen Theaters. Seit 2000 arbeitet er als Regisseur, bereits 2005 wurde er als Autor mit dem begehrten Premio Pier Vittorio Tondelli ausgezeichnet. Die Liste seiner Nominierungen und Preise ist lang. In Salzburg lief sein Stück „Lehman Brothers“ in der Inszenierung von Claus Tröger überaus erfolgreich.



Regisseur Claus Tröger ist dem Salzburger Landestheater seit langem eng verbunden. Neben Inszenierungen, u.a. in Südtirol, Bayern und Bautzen, kehrt er jährlich einmal künstlerisch nach Salzburg zurück. Er ist ein Meister der dramatischen Form und hat im Bühnenbild von Erich Uiberlacker beispielsweise „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, „Lehman Brothers“ und Horváths „Hin und Her“ eindrucksvoll auf die Bühne gebracht.

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