Schallwende - Festival für neue Musik 2026: Frutz
18.09.2026
um 19:30 Uhr
/ Feldkirch
SCHALLWENDE - ein Festival aus der Musik heraus gedacht
Wie die Gesellschaft selbst, so wandelt sich auch die Musik.
Während Komponist:innen des 19. Jahrhunderts innerhalb klarer tonsprachlicher Systeme - Dur und Moll, Tonalität, Stimmführung und metrischer Ordnung - arbeiteten, suchen heutige Komponist:innen nach neuen Formen des Ausdrucks. Sie strukturieren das musikalische Material neu, erschließen die Welt der Geräusche, der Klangfarben, der elektronischen und digitalen Klangbearbeitung - und stellen zugleich Fragen nach Sinn, Bedeutung und persönlichem Engagement in einer sich wandelnden Klangwelt.
Aus dieser Haltung heraus entstand SCHALLWENDE - ein Festival für Neue Musik, das von Komponist:innen selbst kuratiert wird. Jene, die im Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung stehen, übernehmen hier Verantwortung für den ästhetischen Diskurs, den sie aktiv mitgestalten. Dieses Prinzip ist kein Zufall, sondern das Herz des Festivals: Musik denkt sich selbst weiter.
Die Kurator:innen bringen auch eigene Werke ein - nicht aus Selbstbezug, sondern als Ausgangspunkt eines Dialogs. Jedes Stück tritt in Beziehung zu anderen Positionen, zu Kolleg:innen, zu neuen Formen des Hörens. So wird SCHALLWENDE nicht zum Schaufenster, sondern zum Labor, in dem Musik aus sich selbst heraus über ihre Zeit nachdenkt.
Ein zentrales Anliegen bleibt dabei die Musikvermittlung: Neue Musik Kindern und Jugendlichen vertraut zu machen und Komponist:innen sowie Ensembles zu fördern, die in diesem Bereich tätig sind, ist das erklärte Ziel der ARGE-Schallwende. Ganz in der Tradition der Stadt Feldkirch - geprägt durch Persönlichkeiten wie Dr. Helmut Futscher und Walfried Kraher - setzt sie die kontinuierliche Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Musikschaffen fort.
Das Theater am Saumarkt bietet sich als idealer Aufführungsort für die Schallwende- Porträtkonzerte an - ein Raum für Begegnung, Forschung und lebendige Klangexperimente.
SCHALLWENDE zeigt, wie Komponist:innen heute denken, forschen und sich vernetzen - und wie sie durch ihr eigenes kuratorisches Handeln neue Verbindungen zwischen Klang, Idee und Publikum schaffen. Ein Festival, das sich jedes Jahr neu erfindet - aus der Musik heraus gedacht.
"Wenn es eine Musik gibt, die man 'neu' nennt, so ist sie es nur, weil sie das Alte fortsetzt. Das, was wir tun, ist nicht das Gegenteil der Tradition, sondern ihre Fortführung auf einem anderen Wege." (Arnold Schönberg aus einem Vortrag über musikalischen Fortschritt)
ARGE-Schallwende - Anna Maly, Dietmar Kirchner, Wolfgang W. Lindner
Programm:
stromaufwärts ≈ frutz ≈ ill ≈ frödisch
"Stromaufwärts" ist Bewegung gegen die Richtung des Gewohnten. Hören gegen den Strom. Spürbarer Widerstand. Hindernisse werden überwunden. Neugier tut sich auf ….
Die Flüsse Frutz, Ill und Frödisch prägen den Vorarlberger Raum - landschaftlich, historisch und kulturell. Als Leitmotiv stehen sie für Regionalität und Erdverbundenheit, Authentizität, aber auch für Dynamik, Verzweigung, Zusammenfluss, Verbindung und Stromversorgung.
Wie Wasserläufe mit eigenem Charakter, die einander begegnen, ineinander fließen, beeinflussen, treten in dieser Konzertreihe unterschiedliche Klangsprachen, ästhetische Positionen und kompositorische Handschriften in Beziehung zueinander.
Zeitgenössische Musik - überwiegend aus Vorarlberg - erscheint hier nicht als abgeschlossene Stilrichtung, sondern als lebendiges Geflecht: fragmentarisch und konzentriert, widerständig, durchlässig, experimentell und sinnlich.
"Stromaufwärts" verweist zugleich auf die Quelle: auf das Wesentliche, das Reduzierte, das noch nicht Verfestigte.
Die Zuhörenden sind eingeladen, sich auf Unsicherheiten einzulassen, Bekanntes neu zu hören und dem Unerwarteten Raum zu geben.
( Konzept: Mira Weihs )
FRUTZ
1. Konzert
Fr, 18. September 2026, 19:30 Uhr
Theater am Saumarkt/Feldkirch
Juta Pranulyte NEUES WERK für Horn Solo URAUFFÜHRUNG
Christian Ofenbauer 9. Streichquartettsatz
Alexander Wagendristel NEUES WERK für Horn und Streichquintett URAUFFÜHRUNG
Michael Amann Streichquintett (2Vl, Vla, Vlc, Kb) URAUFFÜHRUNG
Morgana Petrik Du sublime au ridicule für Kontrabass Solo URAUFFÜHRUNG der Fassung für Kontrabass
Johannes Beranek NEUES WERK für Horn und Streichquintett URAUFFÜHRUNG
Johannes Beranek Dirigent, Horn
Franz Michael Fischer Violine
Carmen Rodriquez Kontrabass
stromaufwärts - electronics Ill
2. Konzert
Sa, 19. September 2026, 19:30 Uhr
Theater am Saumarkt/Feldkirch
Alisa Kobzar im Gespräch: Wie beeinflussen Computermusik-Tools das kompositorische Denken, den Arbeitsablauf und das künstlerische Ergebnis?
Anna Maly NEUES WERK für Violine, Klavier, Elektronik URAUFFÜHRUNG
Alisa Kobzar NEUES WERK für Klavier, Elektronik URAUFFÜHRUNG
Martin Gut NEUES WERK für Violine, Klavier, Elektronik URAUFFÜHRUNG
Benedikt Alphart NEUES WERK für Violine, Klavier, Elektronik URAUFFÜHRUNG
Gerard Erruz NEUES WERK für Violine, Klavier, Elektronik URAUFFÜHRUNG
Lars Tuchel rein elektronisches Werk URAUFFÜHRUNG
Alisa Kobzar Klavier
Hyewon Lim Violine
Franz Michael Fischer Violine
Anna Maly, Alisa Kobzar electronics
wort.bild.film - FRÖDISCH
3. Konzert
So, 20. September 2026, 10:30 Uhr
Theater am Saumarkt/Feldkirch
Film Ilia Osokin documentary
Ilia Osokin Filmmusik Titel Violoncello/Violine URAUFFÜHRUNG
Johannes Berauer Prelude for m.c. Escher Klavier solo
Film Tamara Štajner
KRŠKO, aus dem Gedichtband ‚Schlupflöcher' von Tamara Štajner
LOŠINJ, aus dem Gedichtband ‚Schlupflöcher' von Tamara Štajner
von fröschen + raketen geträumt
KÜSTENKIND, aus dem Gedichtband ‚Schlupflöcher' von Tamara Štajner
Shiqi Geng 1. Satz aus der Sonate nach Bildern von Marc Chagall, für Viola Solo
Film Piano Epico Susanne Schönthaler: Regie, Schnitt, Florian Hecher: Klavier, Komposition, Schauspiel, Schnitt
Florian Hecher Filmmusik-Improvisation am Klavier
Ilia Osokin Violoncello
Florian Hecher Klavier
Katharina Plankensteiner Viola