Ein Mann, K. genannt, kommt spätabends in einem verschneiten böhmischen Dorf an. Im nahegelegenen Schloss soll er eine Stelle als Landvermesser antreten. Doch weder wird er von den Dorfbewohner*innen besonders freundlich empfangen, noch wollen die Verwalter des Schlosses etwas mit ihm zu tun haben. Niemand will von seiner Anstellung wissen. Keiner scheint für ihn zuständig zu sein oder kann etwas entscheiden. K. wird hingehalten, vertröstet, verwirrt oder zu einer anderen Instanz weitergeleitet. Das Schloss ist für K. nicht erreichbar. Der bürokratische Apparat ist zugleich bedrohlich und diffus, wer zu ihm gehört und wer welche Position einnimmt, bleibt unklar. Und so muss K. zunächst als Schuldiener arbeiten, lernt die Menschen des Dorfes kennen und arbeitet auf sein Ziel hin, dem er doch nie näherkommt.

„Das Schloss“, das zu einem Welterfolg wurde, ist eines von mehreren unvollendeten Werken Kafkas. Mitten im Satz bricht die Erzählung einfach ab. Kafkas Freund und Verleger Max Brod, der das Werk gegen den Willen des Autors veröffentlichte, hat Kafkas Gedanken zum fehlenden Ende preisgegeben, weshalb wir trotz des abrupten Endes des Romans grob wissen, wie er hätte ausgehen können. In der mündlichen Überlieferung heißt es, dass es zumindest zu einer teilweisen Klärung von K.s Situation kommen sollte. Wie in vielen anderen Werken des Autors manifestiert sich auch in „Das Schloss“ der Gedanke des Kafkaesken. Der Einzelne, der sich einer unklaren, ungreifbaren und unerreichbaren Macht gegenübersteht, ist ein wiederkehrendes Motiv im Werk des Autors und bietet auch für den Menschen des 21. Jahrhunderts hohes Identifikationspotential. Regisseur Gernot Grünewald arbeitet zum ersten Mal am Landestheater Niederösterreich. Er wird Kafkas Roman mit all seiner Rätselhaftigkeit zu einem sinnlich-poetischen Erlebnis machen.


DAUER:
1 Stunde 35 Minuten, keine Pause

ALTERSEMPFEHLUNG:
Ab 15 Jahren

Eventdaten bereitgestellt von: oeticket

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