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Dieser Ballettabend führt uns thematisch auf die iberische Halbinsel. Erstmals im großen Haus werden gleich drei verschiedene choreographische Handschriften an einem Abend präsentiert und unser Ballettensemble hat die Möglichkeit, seine ganze tänzerische Vielfalt und interpretatorische Bandbreite unter Beweis zu stellen.

Mit den eingängigen Melodien von Georges Bizets Oper „Carmen“ hat der Komponist Rodion Schtschedrin der Primaballerina Maya Plissetskaja ein Ballett für Streichorchester und Schlagwerk auf den Leib geschrieben, das – wie er meinte – „immer einige Grade heißer klingen soll als die Oper.“ In Valentina Turcus Choreographie stehen die seelischen Widersprüche der Protagonistin im Fokus.

Im Mittelpunkt des Ballettabends steht Reginaldo Oliveiras Ballett „Rosa“ als Annäherung an den spanischen Pop in Verbindung mit modernem Flamenco. Er begibt sich auf die Spur der Poplegende Rosalía und ihrer ungewöhnlichen Interpretation dieser leidenschaftlichen Musik. Nachdem der Chefchoreograph überaus erfolgreich mit „Fridas Welt“ dem lateinamerikanischen Esprit huldigte, wird er dieses Mal eine mitreißende, von spanischen Rhythmen und Popmusik inspirierte Choreographie erarbeiten.

„Boléro“ gab 1928 die russische Tänzerin Ida Rubinstein bei Maurice Ravel in Auftrag. Bronislawa Nijinska, die Schwester des legendären Tänzers Vaslav Nijinsky, sorgte für die Choreographie, und gemeinsam brachten sie das Werk an der Pariser Oper zur Uraufführung. Rubinstein tanzte dabei auf einem Tisch, umkreist von 20 Männern, die sich in lasziv anmutenden Bewegungen mit dem Crescendo der Musik immer weiter steigerten, bis sich die Spannung im Schlussakkord orgiastisch entlud – damals ein Skandal!

Die preisgekrönte kroatische Choreographin und Regisseurin Valentina Turcu zählt zu den international angesehensten Spezialistinnen für narrative Handlungsstücke und erhielt ihre künstlerische Prägung bei Maurice Béjart. Yonggeol Kim hat am Ballett der Pariser Oper getanzt und feiert heute in seiner koreanischen Heimat große Erfolge als Choreograph.

Reginaldo Oliveira hat in seiner Arbeit als Chefchoreograph für das Salzburger Landestheater bereits vielfältige Facetten seines choreographischen Schaffens gezeigt. Mit „Rosa“ folgt auf „Tanto…Tango!“ und „Fridas Welt“ eine Hommage an die temperamentvolle Rhythmik der iberischen Halbinsel vereint mit der modernen Interpretation der spanischen Künstlerin Rosalía.

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