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Der junge Maler Georg Millner steckt in einer Schaffenskrise und kreist vor allem um sich selbst. Unzufrieden mit seiner Kunst und getrieben von der Suche nach Inspiration, begegnet er seiner Umwelt oft gleichgültig. Besonders Mascha, sein Modell und seine Vertraute im Alltag, scheint für ihn vor allem dann Bedeutung zu haben, wenn sie seinen Bedürfnissen dient. Ihre Gefühle und ihre eigene Perspektive geraten dabei in den Hintergrund. In Helena glaubt Georg schließlich, eine außergewöhnliche Verbundenheit gefunden zu haben – als hätten beide bereits ein ganzes Leben miteinander geteilt. Doch während er an diesem Glück festhalten will, entscheidet Helena sich für den Abschied. Rilkes Drama zeigt Georgs Sehnsucht nach dem Besonderen, aber auch seinen Egoismus und seine Unfähigkeit, sich wirklich auf andere einzulassen.

1901 geschrieben, geriet Rilkes Das tägliche Leben rasch in Vergessenheit und wurde seither kaum auf die Bühne gebracht. Nun wagt Theater Artis eine Neuinszenierung des nahezu vergessenen Stücks. Anlässlich von Rilkes 100. Todestag gestaltet die Inszenierung einen symbolischen Lebenszyklus: Die Premiere am Geburtstag des Dichters eröffnet den Kreislauf, die Dernière am Todestag beschließt ihn.

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